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Tagebuch eines angehenden Novum Auroras I

Tagebuch eines angehenden Novum Auroras I

Tagebuch eines angehenden Novum Auroras I

Tagebuch eines angehenden Novum Auroras I

22.10.2019

Tagebuch eines angehenden Novum Auroras (ehemalig zugehörig zum Haus Compositor)
Revior; Beruf: angehender Schüler der Novum Aurora Akademie

Ich kann mich genau daran erinnern. An den Mann auf den Straßen, der mit bunten Lichtern uns Kinder unterhalten hat. Aus seinen Fingern kam blaue Magie, gewandet in Figuren, Wesen und wundersamen Formen. Seine Lichtspielerei hielt uns Kinder in seinem Bann!

Er verlangte nichts für seine Kunst. Seine Bezahlung sei das Lächeln der Kinder, wiederholte er, wenn Erwachsene ihn auf sein Tun ansprachen - immerhin war das öffentliche Zeigen von Magie schon damals nicht üblich gewesen. Dass es einen Mann gab, der mit seiner Magie eher Unterhaltungskünste tätigte erschien den meisten Reviores auf den ersten Blick eher skurril. Aber auch sie genossen heimlich und mit verschmitzten Lächeln diese spielerische Unterhaltung.

Als Kind des Compositor Hauses wäre es mir nicht schlecht ergangen, in diesem Hause zu bleiben, gleichwohl meine Eltern versuchten, mich vergeblich drängten, meinem vorbestimmten Weg zu folgen.

Die blauen Figuren haben sich bis heute in meinen Kopf geprägt. Ich wusste daher sofort, warum mir die Akademie des Hauses Novum Aurora so bekannt vorkam, als das Boot in den Hafen einfuhr und mein Blick sofort auf das auf einer Erhöhung gebaute Akademiegebäude haften blieb. Ein wohliges Kribbeln der Aufregung versicherte mir, dass die Zeit des Wartens beendet war und ich den Magier in mir zum Vorschein bringen konnte. Auf meinen Lippen hatte sich ein Lächeln gebildet. Hier zu sein, fühlte sich richtig an. Es war, als hätte der Magier mit seinen magischen Abbildungen des Realen meine Zukunft erkannt, als hätte er gewusst, dass seine Bilder mich hierher führen würden.

Meine Augen glitten über die Umgebung. Alles erstrahlte in hellen Farben, umrandet von grünen Flächen. An den Hafen grenzten einzelne, kleinere Häuser an. Wahrscheinlich Lagerhäuser oder kleine Wohnhütten, vermutete ich. Später erfuhr ich, dass ich mit meiner Vermutung nicht falsch lag. Enge Straßen führten zwischen den Häusern hindurch und hätte ich keine Begleitung mit dem gleichen Ziel an meiner Seite gehabt, hätte ich in diesem Gassengewirr die Orientierung verloren.

Mein Rücken schmerzte vom schweren Gepäck und von dem langen Fußmarsch durch die Hafenstadt, welche doch größer war, als sie zuerst vermuten ließ. Erst jetzt erkannte ich, dass die Erhöhung, auf der die Akademie gebaut war, kein Hügel oder Berg war, sondern ein Gebilde aus weiteren, wesentlich größeren Gebäuden, Wasserfällen, die an den Hauswänden herunterliefen und Baumstämmen mit einem solch breiten Umfang und einer solch imposanten Höhe, dass die steinernen Säulen der Akademie nahtlos in sie übergingen.

Suchend bewegten sich meine Augen über das imposante Gebilde aus Natur und Bauwerk. Wie sollte ich zu der Akademie nach oben gelangen? Ich erkannte keinen Pfad, keine Treppe oder etwas ähnliches. Ebenso nach Antworten suchend wandte ich mich an meine Begleiter. Diese waren bereits einige Meter weitergegangen und winkten mir zu, dass ich folgen sollte. Sie gingen geradewegs auf die Wand aus laut tosenden Wasserfällen zu. Doch erst jetzt fiel mir auf, dass die Menge des Wassers nicht so einfach im Boden versinken konnte, wie es den Anschein hatte. Der Boden war trocken. Wasserfälle, wie ich sie kannte, sammelten sich meist in einem Fluss oder in einem See. Diese hier aber endeten im gepflasterten Weg. Meine Verwunderung war groß, doch beschloss ich zunächst, die Situation weiter zu beobachten, während wir an den Wasserfallwänden vorbei gingen.

War alles nur eine Illusion? Rasch näherte ich mich einem der Wasserfälle. Der Drang nach der Wahrheit ließ mich meine Hand für einen kurzen Moment in das Nass tauchen. Schon beim Näherkommen, bemerkte ich den Wasserdunst, doch erst als meine Hand von den Wassermassen nach unten gedrückt wurde und ich erschrocken zurückzuckte, war mir klar, dass dies keine Illusion war. Die Gruppe lachte über meinen Versuch, winkte mich erneut heran, ihnen zu folgen. Ich tat dies und verschwendete keine Zeit mehr daran, herauszufinden, ob das Wasser der Realität entsprach - bis meine Gruppe durch einen dieser Wasserfälle hindurch ging. So als hätten sie eine Tür durchschritten. Als wäre dies kein Wasser gewesen. Meine Erfahrung von soeben hatte mich eines besseren belehrt.

Ich zögerte, der Gruppe zu folgen. Immerhin wollte ich nicht meine Kleidung und mein Gepäck mit Wasser durchtränken. Allerdings gab es ebenso kein Zurück mehr. Ich musste hinterher. Nur so konnte ich herausfinden, was mich dahinter erwarten würde. Mit geschlossenen Augen, auf das kalte Wasser von oben wartend, durchtrat ich den Wasserfall, wie es die Anderen auch getan hatten. Es passierte nichts. Mit Überraschung stellte ich fest, dass meine Kleidung trocken und ich dieses Mal wahrhaftig auf eine Illusion hereingefallen war. Erneut hatte mein Verhalten und mein angespanntes Gesicht beim Durchtreten der Illusion die Gruppe zum Lachen gebracht. Das Haus Novum Aurora und dessen Fähigkeiten war bewundernswert!

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Autor: Maria

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